Seit Herbst letzten Jahres ist die Aktie der Postbank um mehr als 40 Prozent nach oben geklettert. Dies kommt nicht von ungefähr: Ein Verkauf steht ins Haus. Die Deutsche Post will sie loswerden, ihre Bank, die mit 14,5 Millionen Kunden immerhin die größte Filialbank in unserem Land ist. Offiziell gibt es wieder einmal nichts zu berichten. Inoffiziell hingegen sehr viel. Insidergerüchten nach soll ein so genannter Datenraum eingerichtet werden, der entweder noch im Juni, spätestens aber im Juli, einem eingeschränkten Kreis von Kaufinteressenten Zugang zu den Büchern der Postbank verschaffen soll. Es wird also langsam ernst mit dem, was schon seit Monaten im Raum stand. Interessenten an der in Deutschland so wichtigen Bank gibt es übrigens zuhauf, im Inland als auch im Ausland.
Neben der Deutschen Bank, der Allianz mit ihrer Tochter Dresdner Bank und der Commerzbank haben wohl – neben einigen anderen ausländischen Geldinstituten – Santander aus Spanien und die britische Großbank Lloyds das größte Interesse an einem Kauf der Postbank. Zwar musste diese vor einigen Monaten auch Verluste eingestehen, die durch Risikoanlagen entstanden sind. Dennoch steht sie, im Vergleich mit manch anderem Geldinstitut in Deutschland und auch im europäischen Ausland ganz gut da. Nun beginnt es also bald, das Roulette-Spiel um den gelben Riesen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann der Chef der Deutschen Post AG, Frank Appel, auch ganz offiziell in die Pauke bläst, um den Beginn des Bieterkampfes zu markieren.