Wer heute auf die Zeichen der Zeit sieht, bemerkt, dass nicht nur das Öl -und in Folge dessen für uns auch das Gas – teurer geworden ist. Auch die Preise für Lebensmittel haben kräftig angezogen in den vergangenen Monaten. Heute gab die Europäische Statistikbehörde Eurostat die vorläufige Inflationsrate für Juni bekannt. Und diese beschert uns ein Rekordhoch. Wieder stieg sie um 0,3 Prozent, liegt nun bei schwindelerregenden 4,0 Prozent und das Bedrückende ist: Ein Ende ist nicht in Sicht. Die Preise für Lebensmittel werden weiter steigen, der Ölpreis sowieso. Die Politik steht diesem machtlos gegenüber. Für Geldanleger ist es gut. Sie können ihr Geld auf der einen Seite in Aktien für Öl investieren, auf der anderen Seite können sie nun günstig zu guten Aktien kommen. Es ist immer ein zweischneidiges Schwert, wenn die Inflation nach oben treibt. Was diese genau unterbrechen könnte, weiß niemand so genau. Die Europäische Zentralbank, die EZB, wird in wenigen Tagen den Leitzinssatz von 4,0 auf 4,25 Prozent erhöhen, das wurde längst angekündigt.
Ob dies die Wirtschaft in ganz Europa ankurbeln wird, ist die Frage. Denn eigentlich geben die Menschen ja genug aus, nur eben für Lebensmittel und Energie. Nachdem nun auch noch die Stahlpreise in die Höhe gehen, werden auch die Neuwagen und die Ersatzteile in Zukunft teurer werden, auch das ist absehbar. Eine fatale Spirale, die da über der Euro-Zone kreist. Irgendjemand, irgendetwas muss sie stoppen? Nur was? Barack Obama, der demokratische Präsidentschaftskandidat in den USA fordert, dass die Öl-Spekulanten zur Rechenschaft gezogen werden. Doch ob sich das rechtlich überhaupt umsetzen lässt, ist die Frage.
Heute sind wir noch erschrocken über die Inflation, spätestens morgen aber müssen wir Entscheidungen treffen. Das Einsparen von Energie ist das Eine. Das Investieren in gute Aktien und in unsere gemeinsame Zukunft das andere. Vielleicht sollte man das Pferd von der falschen Seite aufzäumen. Wenn jeder weniger Öl verbraucht, wird der Preis irgendwann nachlassen müssen, aufgrund der geringeren Nachfrage. Vielleicht finden wir unsere Zukunft in Autos mit Elektromotor und mit Autogas-Antrieb. Denn eines ist sicher: Es gibt immer Alternativen, man muss sie nur für sich entdecken und sie auch wollen.