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Mehr als billig geht nicht mehr!

Die Wachstumsgrenze der Discounter ist erreicht. Ein Gewinn neuer Kunden ist kaum mehr möglich. Noch in den letzten Jahren waren sie auf einem Siegeszug unterwegs, die Discounter wie Aldi und Lidl. Nun sank das Tempo der Expansion im vergangenen Jahr plötzlich, und das sogar drastisch. Zum ersten Mal musste Aldi, der immer noch der Marktführer der Discounter-Branche ist, Umsatzeinbußen in Deutschland hinnehmen. Während in den Jahren 2000 bis 2006 jährliche Steigerungen von 1,7 Prozent das übliche waren, sank das Wachstum und lag im letzten Jahr nur noch bei 0,7 Prozent. Gerhard Hausruckinger, der Geschäftsführer der Unternehmensberatung Accenture sagte am heutigen Montag dazu: „Die Lebensmittel-Discounter stehen am Scheideweg. Discount ist heute kein Selbstläufer mehr.“ Und genau das trifft wohl den Nagel auf den Kopf. Während in den vergangenen Jahren immer wieder neue Kunden gewonnen werden konnten, weil die Menschen vermehrt sparen wollten, ist nun wohl alles an potentiellen Kunden erreicht. Fast jeder kauft bei einem der vielen Discounter ein, einer Studie zufolge 98 Prozent der Verbraucher unseres Landes. Trotz allem Sparen tritt nun jedoch langsam der Punkt ein, wo die Verbraucher wieder mehr auf Qualität zu achten scheinen und nicht immer nur auf den Preis. Und diese ist gerade im Bereich der frischen Nahrungsmittel oft mehr als dürftig bei einigen Discountern, was auch zum Kauf bei anderen Lebensmittelketten führt, die bessere Qualität anbieten.

Natürlich kann sich die Richtung wieder hin zu den Discountern verschieben, wenn die Konjunktur weiter nachlässt. Aber auch, wenn diese ihren Käufern, wie zum Beispiel älteren Menschen, mehr bietet als nur das gängige Sortiment. Die Discounter werden in Zukunft nicht mehr nur noch nach dem Motto „Hauptsache billig“ ihren Markt behaupten können. Hinzu kommen müssen andere Anreize, um die Käufer zu halten, wenn schon kaum noch Neukunden zu gewinnen sind.