Bereits seit einigen Monaten war es klar: Die Deutsche Post AG will ihre Bank aus den eigenen Reihen bekommen und verkaufen. Ganz offiziell wurde das jedoch nicht gemacht, Klaus Zumwinkel, der frühere Chef der Post, sagte gar, die Postbank werde nicht verkauft. Zwischendrin kam dann die Ansage, man habe keine Eile mit dem Verkauf, was schon darauf hinwies, dass die Bank bald auf dem Markt feilgeboten werden wird. Nur stand, zumindest für die Öffentlichkeit, der Termin noch nicht fest. Nun ist sie im Gange, die Sondierung für den Verkauf der Bank, die auch so einige Federn lassen musste im Zuge der globalen Finanzkrise. Martin Dopychai, der Sprecher der Deutschen Post AG, sagte deshalb heute: „Der Sondierungsprozess für einen möglichen Verkauf läuft. Es gibt aber noch keine Beschlüsse und keine Festlegungen.“ Sonst wollte sich Dopychai nicht äußern, weder zum Thema Datenraum, in dem Interessenten Einsicht in die Bücher der Postbank gewinnen könnten, noch zu den sonstigen Berichten in den Medien, die den Verkauf betreffen. Nun ist immerhin offiziell, was schon lange zwischen den Zeilen stand: die gelbe Bank wird von dem Mutterunternehmen Deutsche Post verkauft. Wer noch genaueres Interesse hat, wer weiß das schon. Die Deutsche Bank wohl auf jeden Fall noch. Dazu kommen einige ausländische Interessenten. Die Dresdner Bank und die Commerzbank haben sich selbst aus dem Rennen geworfen, weil sie sich nicht einigen konnten, wie man eigentlich vorgehen sollte bei einem gemeinsamen Bieten auf die Postbank. Was nun aus der doch recht desolaten Dresdner Bank wird, die durch den Zukunft der Postbank ein wenig renoviert und finanziell saniert werden sollte, steht nun erst recht wieder in den Sternen. Auch hier wird möglicherweise auf mittlere Sicht ein Verkauf im Raum stehen.
Wie viele Bieter es aber nun für die Postbank gibt, und wie der ganze Prozess zeitlich ablaufen soll, es wird wieder nichts dazu gesagt. Die Post macht weiter, wie sie immer gearbeitet hat: Schweigen ist die Devise. Leider zerstört Schweigen zur Unzeit auch Vertrauen, das der Kunden und der Mitarbeiter. Vielleicht wäre es gut, das Schweigen endlich zu brechen, die Fakten auf den Tisch zu legen und dann zu sehen, was werden wird. Sollte die Deutsche Bank den Coup machen und das Rennen um den Kauf gewinnen, hätte sie sich selbst den Rücken gestärkt und würde damit um ein wesentliches Stück wachsen. Und wäre eine noch härtere Konkurrenz für Commerzbank, Dresdner Bank und Co.