Die Kritik der Sparkassen an den Landesbanken kommt nicht von ungefähr. Nun aber geht es richtig zu Sache. In einem „Sieben-Punkte-Beschluss“ gehen die Sparkassen die Landesbanken nun richtig an. Und drohen das erste Mal in aller Öffentlichkeit damit, ihre Beteiligungen an den Landesbanken zu verkaufen. Dies für den Fall, dass die Landesbanken nicht in dem Tempo, das die Sparkassen für richtig halten, mit ihrer Konsolidierung voranschreiten.
Dieser Beschluss ist eine Folge der ganzen Einbrüche, welche einige der Landesbanken, allen voran die Sachsen LB und die Bayern LB. Beide konnten nur aufgrund der Eingabe von Milliardenbeträgen vor einem Aus gerettet werden. Dennoch scheint man nichts gelernt zu haben. Ein Banker, der ungenannt bleiben möchte, sagte dazu: „Die Landesbanken haben die Risikoabschirmungen kassiert und legen jetzt wieder die Hände in den Schoß“. Und genau das wollen die Sparkassen nun mit ihrem Beschluss vermeiden. Taten sollen und müssen folgen, nicht nur der Rückzug in den Hintergrund, um dort die Wunden zu lecken.
In dem „Sieben-Punkte-Beschluss“ heißt es unter anderem: Der „Schlüssel für stabile Geschäftsmodelle der Landesbanken ist eine Reduzierung der Kapazitäten auf die im Markt benötigten Größenordnungen“. Das ist eine klare Ansage gegen Risikobeteiligungen, wenn man zwischen den Zeilen liest. Horst Köhler, unser Bundespräsident, sprach sich bereits vor einiger Zeit dafür aus, die Landesbanken fusionieren zu lassen und diese Bank dann zu einer Zentralbank der Sparkassen zu machen. Vielleicht ist auch das ein guter Ansatz.
Wichtig ist dabei nur: Wer übernimmt die Hoheit bei einer solchen Zentralbank der Sparkassen? Jemand aus der alten Riege, der bereits bei einer der Landesbanken Risikobeteiligungen in Milliardenhöhe in den Sand setzte? Oder jemand ganz Neues und damit auch Unbelastetes? Ein Neuanfang wäre schön. Nicht nur mittels Milliardenspritzen, sondern ein ganz neuer Anfang, mit neuen Gesichtern in den Vorständen der Landesbanken, die Mist gebaut haben mit den Milliarden der Sparer und Steuerzahler. Vielleicht wird er nun möglich, nachdem die Sparkassen jetzt in aller Öffentlichkeit Druck machen. Es wurde, es wird Zeit!